Ein Testament aufsetzen

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Einige denken mit Mitte Dreißig darüber nach, andere später. Doch die Frage wird sich stellen: wem vererbe ich mein Hab und Gut?

Wie in einem Staat üblich, unterliegt auch diese Angelegenheit bestimmten Regelungen. Manche sind eher rechtlicher, andere wieder praktischer Natur.

Von beiden Seiten soll hier die Rede sein.

Was ist ein Testament

Das deutsche Wort geht zurück auf den lateinischen Begriff „testari“, was so viel wie „bezeugen“ bedeutet. Eine Person, die ihr Testament aufgibt, bezeugt also dessen Inhalt. Daher ist ein Testament ohne Unterschrift nicht gültig. Sieht man es von dieser Seite, ist ein Testament nichts anderes als eine Verfügung, die vom Verfasser bezeugt wurde. Dies mag tröstlicher klingen, als von einem „letzten Willen“ zu sprechen.

Defacto hat ein Testament enormen Einfluss auf die Erbfolge bzw. die Qualität des Erbens. Der Erblasser, derjenige, der das Testament aufsetzt, entscheidet, wer erbt und was vererbt wird. Damit steht das Testament vor der gesetzlichen Erbfolge, die in Deutschland im BGB §§ 1924 ff. und in Österreich in §§ 727 ff. festgehalten ist.

Eine weitere Möglichkeit, der gesetzlichen Erbfolge zuvorzukommen, liegt im Erbvertrag. Stil und Aufbau dieses Vertrages ist anders als bei einem Testament. Inhaltlich jedoch müssen sich die beiden Schriftstücke nicht voneinander unterscheiden. Im Erbvertrag können die gleichen Verfügungen geregelt werden wie in einem Testament. Mehr zu der Testament-Alternative finden Sie auf der Seite über Erbrecht.

Was gehört in ein Testament

Ein Testament aufsetzenIm Testament regelt der Erblasser, welche Person oder Institution welchen Anteil seines Vermögens erhält.

Zumeist ist es der Ehepartner oder die Kinder, die am stärksten berücksichtigt werden. Doch dies würde bereits die gesetzliche Erbfolge regeln. Bedeutung gewinnt das Testament, wenn eine oder mehrere Personen bevorzugt bzw. benachteiligt werden oder das Vermögen zugunsten einer Person, die nicht mit dem Erblasser verwandt ist, bzw. eine Institution einen hohen Anteil an dem zu vererbenden Vermögen erhalten sollen.

Wer darf ein Testament aufsetzen?

Jede Person ab 18 Jahren und im Vollbesitz ihrer geistigen Kräfte darf ein Testament aufsetzen. Für ältere oder kranke Erblasser kann es von Vorteil sein, vor der Aufsetzung einen Arzt aufzusuchen, der ihm schriftlich bestätigt, sich im Vollbesitz seiner geistigen Kräfte zu befinden. Mit solch einer ärztlichen Beglaubigung lassen sich Testamentsanfechtungen wegen geistiger Unzurechnungsfähigkeit vermeiden.

Wie sollte ein gültiges Testament beschaffen sein?

Der Erblasser hat die Wahl zwischen einem handschriftlichen oder einem notariell beglaubigten Testament.

Bei einem handschriftlichen Testament sollte von der ersten bis zur letzten Zeile alles in der Handschrift des Erblassers geschrieben sein – einschließlich Datum und Ort, an dem der Erblasser sein Testament aufgesetzt hat.

Ein notariell zu beglaubigendes Testament darf auch mit Schreibmaschine oder Computer geschrieben werden. Hier zählen die eigene und die Unterschrift des Notars.

Wo sollte ein Testament aufbewahrt werden?

Die Schreibtischschublade ist der denkbar ungünstigste Platz für ein Testament, egal ob es handgeschrieben oder notariell beglaubigt ist. Die rechtlich sicherste Lösung besteht in der Obhut eines sogenannten Nachlassgerichtes. Gegen eine Gebühr wird das Schriftstück dort bis zum Augenblick der Testamentseröffnung verwahrt.

Beerdigung nicht im Testament regeln

Viele Erblasser machen sich Gedanken um ihre eigene Beerdigung und möchten sie daher in ihrem Testament regeln. Dabei denken die Verfasser jedoch oft nicht daran, dass es sich bei der Eröffnung des Testamentes um ein amtliches Verfahren handelt. Gut Ding will Weile haben. Zunächst wird ein Termin für die Eröffnung angesetzt und anschließend kann es zu weiteren Terminvereinbarungen kommen. Bis zur tatsächlichen Testamentseröffnung können Wochen ins Land ziehen – mehr als ein Monat nach dem Ableben. Regelungen, die für diese Zeit im Testament getroffen worden sind, müssen daher zwangsläufig unberücksichtigt bleiben.

Eine Vollmacht kann hier Abhilfe schaffen. In diesem Schriftstück können alle Aspekte einer Beerdigung bestimmt werden, zum Beispiel die Farben der Blumen, die Musik und sonstige Arrangements.

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