Pflegebedürftig, was nun?

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Jeder Mensch wünscht sich, bis in das hohe Alter hinein glücklich und gesund zu bleiben. Doch leider haben nicht alle das Glück, unbeschwert altern zu dürfen. Niemand ist vor Krankheiten gefeit. Noch dazu kommt, dass die Lebenserwartung steigt. 1950 wurden Frauen durchschnittlich 68,5 und Männer nicht einmal 65 Jahre alt. 1980 lag sie mit fast 70 Jahren für Männer und 76 Jahren für Frauen schon deutlich älter. Experten nehmen an, dass ab 2030 alle Menschen unabhängig vom Geschlecht älter als 80 Jahre werden. Diese Entwicklung hat auch maßgebliche Auswirkungen auf die Pflegebedürftigkeit. Heute sind rund 2 Millionen Deutsche auf Hilfe von außen angewiesen, bis 2050 wird sich diese Zahl vermutlich verdoppelt haben.

Was heißt überhaupt pflegebedürftig?

Die Beurteilung, ob eine Person pflegebedürftig ist, hat Auswirkungen auf die finanzielle Versorgung. Schließlich gibt es vom Staat eine Unterstützung für Menschen, die den Alltag nicht mehr alleine bewältigen können. Die Höhe der Zuschüsse richtet sich nach dem Grad der Pflegebedürftigkeit. Folgende Kriterien werden dabei unter anderem berücksichtigt:

  • Mobilität: Kann der Betroffene sich selbst bewegen und z.B. Treppen steigen?
  • Kognitive Fähigkeiten: Ist zeitliche und örtliche Orientierung möglich?
  • Kommunikation: sind Sprache und Verständnis beeinträchtigt? Kann man noch selbst Entscheidungen treffen?
  • Körperpflege: Kann diese noch selbständig erfolgten? Kann man noch selbst kleine Mahlzeiten zubereiten und ohne Hilfe essen?
  • Sind intakte soziale Kontakte vorhanden?
  • Umgang mit der Erkrankung: Werden Medikamente selbständig eingenommen, sind Arztbesuche alleine möglich?

Seit Jänner 2017 wurden in Deutschland die bisherigen Pflegestufen in Pflegegrade umgewandelt. Sie sollen Krankheiten sowie körperliche und geistige Beeinträchtigungen besser evaluieren. In den bisherigen Pflegestufen wurden vorwiegende körperliche Faktoren in Betracht gezogen. Mit dem neuen System wird auch die psychische Verfassung vermehrt berücksichtigt.

Angehörige selbst betreuen oder Pflegekräfte beauftragen?

Auch die Möglichkeit, erkrankte Angehörige selbst zu pflegen, hat sich in den letzten Jahrzehnten maßgeblich verändert. Heute gehen in Deutschland rund drei Viertel aller Frauen zwischen 20 und 64 Jahren einer Arbeit nach. 1991 hingegen war nicht einmal die Hälfte aller weiblichen Bundesbürger beschäftigt. In früheren Jahrhunderten war es üblich, dass kranke Angehörige im Familienkreis gepflegt wurden. Das ist heute aufgrund der Erwerbstätigkeit von Frauen und Männern nicht möglich. Wer sich dafür entscheidet, Vater, Mutter oder einen anderen Verwandten selbst zu pflegen, übernimmt eine große und verantwortungsvolle Aufgabe. Große körperliche und auch psychische Belastungen können damit verbunden sein. Wenn jemand sich nicht mehr selbst anziehen und waschen kann, ist für die Pflegeperson der Kraftaufwand enorm. Noch dazu kommt, dass man sich im Laufe der Zeit fundeierte medizinische Kenntnisse aneignen muss. Ganz zu schweigen von der weitreichenden psychischen Auswirkung, die anfangs oft unterschätzt wird. Bei Demenzerkrankungen zum Beispiel vergessen die Betroffenen unter anderem auch, in welchem Verhältnis die Pflegeperson steht. Selbst die eigenen Kinder werden nicht mehr erkannt. Pflegebedürftige Menschen brauchen jeden Tag Hilfe, selbst am Wochenende und an den Feiertagen. Auch Urlaube lassen sich nur schwer organisieren, wenn man die Pflege eines Angehörigen übernommen hat. Auf der anderen Seite wiederum befürchten möchten sich viele lieber selbst um den kranken Angehörigen kümmern, weil dann eine individuelle Betreuung gewährleistet wird. Solle man der Belastung aus beruflichen oder persönlichen Gründen nicht gewachsen sein oder fühlt man sich der Aufgabe emotional einfach nicht gewachsen, bietet die 24-Stunden Pflege eine ideale Möglichkeit, den kranken Menschen in seinem Umfeld zu belassen.

Welche Vorteile hat die 24 Stunden Pflege zu Hause?

Erkrankt ein Angehöriger schwer und kann sich nicht mehr selbst versorgen, stehen verschiedene Möglichkeiten offen. Eine ist die bereits erwähnte Pflege durch Angehörige, die jedoch extrem zeitaufwendig ist und viele an die Grenzen der körperlichen und seelischen Belastung bringt. Außerdem kann der Betroffene in einem Pflegeheim untergebracht werden. Gerade wenn man an einer schweren Krankheit leidet, ist der Wunsch den Lebensabend zu Hause verbringen zu können, groß. Schließlich ist es nicht leicht zu akzeptieren, dass man auf fremde Hilfe angewiesen ist, wenn man sein Leben lang für sich selbst gesorgt hat. Der Umzug in eine fremde Umgebung wird als zusätzliche Belastung empfunden. Engagiert man eine 24-Stunden-Pflegekraft, kann der Betroffen in seinem gewohnten Umfeld bleiben. Jemanden rund um die Uhr um sich zu haben, hat viele Vorteile:

  • Gewohnte Umgebung bleibt erhalten
  • Soziale Kontakte können weiter gepflegt werden
  • Eine ganz individuelle Betreuung ist möglich
  • Die Lebensqualität wird verbessert
  • Permanenter Ansprechpartner vorhanden
  • Pflegekraft verfügt über medizinische Kenntnisse

Eine 24-Stunden-Pflegekratft hilft bei der Grundversorgung des Patienten und übernimmt auch Tätigkeiten im Haushalt. Die Wäsche wird ebenso erledigt wie Einkäufe oder das Aufräumen. Welche Arbeiten die Pflegekraft außer der medizinischen Versorgung und der Körperpflege geleistet werden, wird meist mit der Pflegeagentur vereinbart, die passende Personen vermittelt. Viele Agenturen bieten einen praktischen online Service an. Man füllt einfache einen Fragenbogen im Internet mit persönlichen Daten wie den Lebensstand der zu pflegenden Person (alleine lebend, etc.), das Geburtsdatum und den Pflegegrad aus und erhält ein Angebot mit einem Personalvorschlag. Bevor man den Vertrag unterschreibt, kommt es meist zu einem persönlichen Treffen. Wichtig ist wie bei allen Verträgen, sich vor der Unterzeichnung genau über die Konditionen und Kündigungsbedingungen zu informieren.

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